1960 bis 1969

Das erste Musikzugjahrzehnt


Kauf erster Instrumente 1960
Die Pfadfinder haben bei der Primiz von Hw. Binder so "hinreißend" gespielt, dass wir alle dachten: So etwas wäre auch bei uns möglich.....!
Und so fuhren wir, der Herbert, der Höffler Peter und ich eines Tages (Ende Juni 60) zum Musikinstrumenten-Erzeuger Votruba mit nur 800.-S. um Instrumente zu kaufen..... Wir kauften 4 (Wehrmachts-)Fanfaren und einen Marschtrommel und - hatten gleich fast 1.000 S. Schulden........
Mit meinen treuen Pfadfinder aus Breitensee begannen die Proben. Sobald wir spielten, läutete das Telephon: "..... Halbstarkenmusik ... Kongotrommeln .... Idiontenkrawall ....!!!!!"
Doch wir gaben nicht auf! Und das erste öffentliche Auftreten bei der Quatember-Feier im Herbst 1960 auf der Sommerschule gab uns recht, und - neuen M u t ! Zwar verstärkt mit zwei Pfadfindern und dem Haverer vom Schurli, doch spielten w i r beim Marsch !
Dann kam das Christkönigsfest 1960. Wir hatten schon 3 Marschtrommeln: Werner-Rudi-Peter; 3 Landsknechtstrommeln: Schurli-Frani-Eugen; 6 Fanfaren: Herbert-Alex-Kurti-Heini-Peter-Gerhard. Wir hatten 12 Instrumente, und ich - eine Menge Schulden.....!
Doch der Hw. Herr Pfarrer half uns: er kaufte je einen M-Trommel, Lk-Trommel und eine Fanfare. Ebenso die Frauenbewegung unter Leitung von Frau Sunko: sie kauften eine M-Trommel.    Kaplan Klener


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Proberaum am Kordon
Auszug aus der Chronik der Pfarre am Kordon: 1960 war ein großer Sprung vorwärts. Eine Mesnerwohnung wurde eingerichtet und Familie Paul zog als Betreuer und Mesner ein. Dadurch ist die Kirche öfters offen und das Heim kann von der Jugend bzw. allen benützt werden. Ein Fernseher wird aufgestellt und die Quizsendungen sowie die Löwingerbühne sind bald Fixpunkte des "Gemeindelebens". Die Burschen bauen den ehemaligen Weinkeller etwas aus und halten dort Musikzugproben und Jugendtreffen.


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Erste Auftritte
Nach dem ersten Auftritt bei der Quatemberfeier (24.9.) auf der Sommerwiese noch mit Unterstützung der Breitenseer Pfadfinder folgten Auftritte wie Christkönigsfest (30.10.), Auftritte für Hochzeiten und das Weihnachtsblasen.


Auftritt beim Christkönigsfest


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Turmblasen zu Weihnachten
Als der MZW erstmals ein Turmblasen vor der Christmette veranstaltete, bekam Klener einen Anruf. Am Telefon war die Polizei Penzing, welche nach dem "Lärm" in der Umgebung fragte. Kaplan Klener gab zur Antwort, daß dies ein Turmblasen sei und der Beamte möge selber hören. So hielt Kaplan Klener den Hörer aus dem Fenster. Schließlich fragte Klener, ob der Beamte es gehört habe; "Ja, aber so laut!?!"
Bevor die Beamten an Ort und Stelle waren, war das Turmblasen bereits wieder zu Ende.

Nach einer Erzählung von Kaplan Klener 2004



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Wahl zum Gesamtverantwortlichen
Beim Atom haben wir immer auf eine Zensur verzichtet. Das haben wir immer wieder bewiesen. Doch auiatur et altera pars! D.h. manches bedarf eine Korrektur, bzw. eine Ergänzung. So z.B. der sonst sehr gute Artikel vom Werner, in dem er sich darüber be klagt, dass nicht er, sondern der "bis jetzt...höchstens durch konservative Bemerkungen hervorgetretene" Schurli zum Gesamtver antwortlichen gewählt wurde. Niemand will die Verdienste des Wer ners schmälern. Er war ja unser erster Trommler und hat mit grossem Eifer beim Aufbau des Musikzuges mitgearbeitet. Doch war die Wahl meiner bescheidenen Meinung nach, nicht sehr glücklich organisiert. Man hätte einen Musikalischen Leiter wäh len sollen, nicht einen Gesammtverantwortlichen! denn der Musik zug gehört wesentlich zur Jugend, daher der Gesammtverantwortliche der Pfarrführer ist. Dies umso mehr, da der jetztige Pfarrführer selber mitspielt. Hätte man auf dieser Weise gewählt, so wäre er sicherlich, ich kann sagen: ohne Zweifel! musikalischer Leiter geworden; was er de facto auch jetzt ist. Wozu also Sticheleien und Gegen-Sticheleien......?

Kaplan Klener (KAJ-Nachrichtenblatt Atom 17.Juni 1961/6)


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Bekenntnistag 1961
Ich finde, dass der Bekenntnistag eine großarige Veranstaltung war, ein Ereignis, das nicht nur auf alle Beteiligten, sondern auch auf die mehr oder weniger interessierten Zuschauer großen Eindruck machte. Besonders der Vormittag war für alle ein einmaliges Erlebniss. Die feierliche Kundgebung und alle übrigen Ansprachen fanden großen Anklang, was man dem ununterbrochenen Beifall entnehmen konnte. Da ich hier meine eigene Meinung schreiben soll, so muß ich sagen, dass von der guten Organisation angenehm überrascht war, und dass die Ansprachen durch die Bank gut waren und ohne viele Umschweife den Sinn und die Aufgabe der KAJ klarlegten.
Die feierliche Gemeinschaftsmesse, der Höhepunkt der Vormittagsveranstaltung, hat auf alle sehr grossen Eindruck gemacht, und war auch für mich ein Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde. Gestört hat mich lediglich, daß ausgesprochene Dreifaltigkeitsgesänge, die sehr wenige kennen, auf dem Programm standen. Normale Lieder, die wir jeden Sonntag in der Betsingmesse singen, hätten meiner Meinung nach besser gepaßt, erstens weil sie jeder gute Christ kennt (was man wenigstens annimmt), und weil sie außerdem viel melodiöser sind. Sonst habe ich nichts auszusetzen, denn auch der Marsch über den Ring war ein wirlich schönes Erlebnis, und ich war ehrlich und angenehm überrascht, daß sich so viele Menschen für unsere Veranstaltung interessierten. Weniger erbaut war ich allerdings dann, als mich eine ältere Frau "Bitt schön, was für eine Veranstaltung ist denn das?" fragte, und auf meine Antwort:"Eine von der KAJ" mich groß und unschuldig anschaute:"Bitt schön was ist die KAJ?"...



Also den Vormittag hätte ich somit abgeschlossen und ich muß sagen dass das Ergebnis zufriedenstellend war.
Aber der Abend!!!
Das Beste davon war der Marsch in die Stadthalle und unser Musikzug! Alles übrige hat mir persönlich überhaupt nicht gefallen. Guter Wille und gute Ideen waren vorhanden,doch die Ausführung und Gestaltung war schlecht. Vielleicht ist es auch an dem Publikum gelgen. Ein solcher Vortrag muß, um eine günstige Wirkung zu erzielen, nur immer einer bestimmten Anzahl von Jugendlichen nicht aber eine Masse von einigen Hundert, vorgeführt werden. Man merkte deutlich, wie sich einige langweilten. Und es kam sogar vor, dass durch die Dunkelheit plötzlich Papierflieger geschossen wurden, was natürlich nicht unbemerkt blieb und "Heiterkeitsausbrüche" hervorrief. Auch sonst fingen die Jugendlichen oft an, an Stellen zu lachen, die sie nicht zum Grölen, sondern zum Nachdenken hätten veranlassen sollen.
Alles in Allem war ich enttäuscht, nur die Extraveranstaltung unseres Musikzuges, der nachher vor der Stadthalle ein Bal- bzw. ein Trommelkonzert gab, dass einem die Ohren von diesem Kunstgenuß (in diesem Wort steckt bitte keine Ironie!) nur so dröhnten, heiterte mich einigermaßen wieder auf.
Doch trotz einiger negativer Seiten war der ganze Bekenntnistag sehr schön und im Grunde genommen irgendwie ergreifend...

erlebt und kommentiert von Gabi



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Instrumentenzuwachs
Eine Verbesserung: Seit heute haben wir 12 Fanfaren und 10 Trommeln ! Vielen Dank dem hochwürdigen Herrn Pfarrer, der uns diesen Instrumenten-Zuwachs ermöglichte!    Kaplan Klener (KAJ-Nachrichtenblatt Atom 17.Juni 1961/6)


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Weitere Auftritte
War der Auftritt des Musikzuges beim Bekenntnistages der Höhepunkt dieses Jahres, so soll auf höchst erfolgreiche Auftritte bei andere Anlässe nicht vergessen werden.


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KAJ-Fahnenweihe 1961
Die Weihe unserer neuen KAJ-Fahne nahm Kaplan Klener vor, Taufpatin war die Jugendleiterin Holzwarth Ilse.


Gerhard Trübswasser, Fahnen-Patin Holzwart Ilse (Jugendleiterin), die Weihe nimmt Emmerich Klener vor.


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1962: Unser Kaplan verläßt den Wolfersberg
Niemand hätte sich damals gedacht, welche Auswirkungen das Erscheinen Ötschis, so pflegen wir ihn liebevoll zu nennen, am Wolfersberg haben wird. Damals, das war der 2. September 1956, kam Kaplan Emmerich Kléner zu uns auf den Wolfersberg. Von da an kümmerte er sich mit ganzen Herzen um die Kinder- und Jugendarbeit. Mit der Gründung des Musikzuges hat er etwas geschaffen, was unsere Pfarre sehr bereichert hat und vielleicht noch unser aller Leben überdauern wird.

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Koffer für die Fanfaren
Nachdem sich die schwarzen Fanfarensäcke von Frau Lekey (an dieser Stelle sei ihr dennoch recht herzlich gedankt) nicht als ausreichender Schutz für unsere Fanfaren zeigten, wurden von Gerhard Koffer hergestellt. Am 31.Dezember 1962 waren 8 Stück Fanfarenkoffer fertiggestellt.
Damit die Fanfaren möglichst platzsparend geschlichtet werden können, wurden die Koffer keilförmig gemacht.

Auch Trommelsäcke gab es, welche aber im Laufe der Zeit verschwanden.


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Weitere Auftritte
Kaplan Klener ist gegangen, der Musikzug ist geblieben. Auch im 3. Musikzugjahr wurde für Anlässe der Pfarre wie Erstkommunion, Frohnleichnam und viele Feste mehr gespielt. Auch nicht zu vergessen die Auftritte abseits des Wolfersberges wie letztens beim Ausflug auf der Donau auf dem Donauschiff


von rechts nach links; Hans Zamburek, Casny Franz, Sunko Karl, Radl Hans, u.a.


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Tanzfest der Wolfersberger Tonkünstler (2.Februar 1963)
Um etwas Geld für den Musikzug zu bekommen, wurde von Gerhard Trübswasser ein Ball organisiert.




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Musikzugball am 18.Jänner 1964
Auch dieses Jahr fand ein Musikzugball statt. Fotos dazu gibt es leider keine.
Schade!


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Musikzugball am 6.Februar 1965
Wie schon die Jahre davor, wurde auch dieses Jahr vom Musikzug ein Ball organisiert. Leider gibt es für die Chronik auch von diesem Ball keine Fotos.



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Mariazell (6.Juni 1965)
Neben Auftritte für Hochzeiten und dem Musikzugball, ist auch der Auftritt vor der Basilika in Mariazell erwähnenswert.




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26.Juni 1966
Vorverlegte Feier des 30jährigen Arbeitsjubiläums des Pfarrherrn P. Franziskus Sauer, Kom. Rat. Untermahlt wurde die Feier unter anderem von Fanfarenbläser des Musikzuges.


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Friedrich Renner
Der Musikzug Wolfersberg trauert um seinen Freund und Kameraden Friedrich Renner.





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Ausflug zur Burg Grimmenstein 1967
Im Juni gings zur Burg Grimmenstein. Fanfaren durften bei dieser Gelegenheit natürlich nicht fehlen und so erklangen bei mittelalterlicher Kulisse Fanfarenklänge wie von den Herolden von einst.



oben am Turm vlnr: Felix, Kaplan Louzky (kein Musikzügler), Kurt, Gerhard Trübswasser



70ster Geburtstag des Pfarrherrn
Am 21.Mai 1968 wurde der Runde Geburtstag von P. Sauer gefeiert. Der Pfarrsaal war voll besetzt. Es herrschte gute Stimmung. Kinder trugen Gedichte vor, eine Festrede wurde gehalten und der Musikzug spielte verschiedene Weisen.



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Königlicher Besuch am Wolfersberg (4.11.1968)
Dieses Jahr fand am Wolfersberg eine Visitation durch Kardinal König statt. Dabei wurde Kardinal König von vier jugendlichen Mopedfahrern mit Jugendfahne an der Ecke Wolfersberggasse/Anzbachgasse empfangen. Diese begleiteten ihn bis zur Kirche. Am Portal der Kriche erfolgt der offizielle Empfang.
Auch der Musikzug durfte da nicht fehlen und unser Spiel hat König sichtlich gut gefallen.


vrnl: Sunko Karli, Helmut Reinhard, Krakora Haini, Veznik Klaus, Trübswasser Gerhard, Walter Krakora


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1969
Wieder nichts dokumentiert. (Fotos konnten zu diesem Jahr nicht gefunden werden. Zwei Bilder waren mit 1969 und 1973 datiert, bis sich zeigte, dass sie beide ein Jahr später entstanden. Hoffentlich sind nicht andere Fotos ebenfalls falsch datiert.)



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